Siem Reap: Tourismus-Hochburg und Tor zu Angkor Wat

Siem Reap ist die wohl bekannteste Provinz Kambodschas. Aufgrund ihrer Nähe zu den weltberühmten Tempelanlagen von Angkor (Angkor Wat) ist die Stadt in den letzten Jahren ein stark frequentiertes Reiseziel für Touristen aus aller Welt geworden. Mehr als eine Million Besucher kommen pro Jahr nach Siem Reap, dient es den meisten doch als Ausgangspunkt für die Besichtigung der weltbekannten Tempelruinen. Damit ist es der am schnellsten wachsende Ort in Kambodscha, abgesehen von der Hauptstadt Phnom Penh.

Die Haupteinnahmequelle ist dementsprechend der Tourismus. Das erkennt man nicht nur an den Massen der Tuk-Tuk-Fahrer, sondern vor allem auch an den zahlreichen Hotels, Bars, Massage-Salons und Restaurants, die sich im Zentrum aneinander reihen.

Wir haben insgesamt eineinhalb Tage in Siem Reap verbracht. Hier zusammengefasst die Highlights der Stadt:

#1. Ankor Wat

Angkor Wat bzw. der Angkor Archaeological Park gehören unumstritten zu den Must-Sees. Der Park erstreckt sich über 400 km² und gehört seit 1992 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Das Ticket kostet aktuell 37 Dollar. Rabatte gibt es, wenn man ein Ticket für mehrere Tage kauft. Die Anlage kann man entweder auf eigene Faust via Rad erkunden (zu Fuß sind die Entfernungen definitiv zu weit) oder man lässt sich via Tuk-Tuk gemütlich von A nach B bringen. Für einen privaten Chauffeur zahlt man etwa 12 Dollar pro Tag.
Seit Kurzem können die Tickets auch schon vorab via TripAdvisor online gebucht werden. Das Angebot ist von Green Era Travel, einem in Siem Reap ansässigen Reiseveranstalter. Die Bewertungen sind bis jetzt durchwegs positiv, entsprechend kann man also davon ausgehen, dass die Buchung problemlos funktioniert. Im Vergleich zum Preis am Schalter, zahlt man jedoch vergleichsweise um einiges mehr (Kostenpunkt: 50 Dollar). Wir haben unsere Tickets am Vorabend am Schalter besorgt. Das ging problemlos und ohne langes Anstellen.

Kauft man ein Ticket, kann man damit nicht nur Angkor Wat, sondern auch andere Tempel wie Bayon, Ta Phrom oder Angkor Thom besuchen und sich dabei ein wenig wie Indiana Jones auf Entdeckungsreise fühlen. Angkor Thom hat uns (mich und meinen Mann) sogar noch mehr beeindruckt als Angkor Wat selbst.

Wichtig: Im Angkor Archaeological Park finden sich an jedem Tempel Hinweise, was erlaubt ist und was nicht. Auch punkto Kleidung gelten Regeln. Das hat mit Religion und Respekt zu tun. Grundsätzlich gilt für das Innere eines Tempels, dass die Beine bedeckt sein sollten (keine kurzen Shorts bzw. kurze Röcke, sondern eher eine längere Hose). Ebenfalls sollten Schultern und Oberarme erhüllt werden (keine kurzen Tops für Frauen bzw. ärmellose Shirts für Männer). Und: Tempel-Klettern macht festes Schuhwerk empfehlenswert.

Sonnenaufgang erleben: Zahlreiche Reiseführer legen es nahe, den Sonnenaufgang über Angkor Wat zu bestaunen. Haben wir natürlich auch gemacht. Fazit: Ja, es ist ein nettes Erlebnis. Aber keine Notwendigkeit, wenn man sich nicht um vier Uhr Früh aus dem Bett quälen möchte. Schafft man es kurz vor 8 Ur, vor den chinesischen Reisebussen zum Tempel, ist das auch absolut ausreichend. 

#2. Pub Street

Am Abend spielt sich das Leben in Siem Reap vor allem in und rund um die zentral gelegene Pub Street ab. Unzählige Lokale und Bars reihen sich hier aneinander. Dabei wird es natürlich auch entsprechend laut. In vielen Lokalen gibt es Bier um 0,5$ oder Cocktails für 1,50$. Zugegeben: Erstaunlich gute Cocktails. Natürlich haben auch wir es uns nicht nehmen lassen, am Abend nach einem ausgiebigen Spaziergang am „Ballermann von Kambodscha“ vorbeizuschauen.

Neben diversen Bars gibt es hier auch zahlreiche Restaurants. Das Speiseangebot reicht von westlicher Küche (Pizza) bis zu Khmer Food. Skurril: Straßenverkäufer bieten auch besonders ausgefallene Dinge wie Taranteln, Schlangen oder diverse Insekten zum Probieren an.

Je später der Abend wird, desto größer der Andrang in der Pub Street. Spätabends werden auch mobile Cocktailbars entlang der Straße aufgebaut.

Und natürlich dürfen die Massagesalons in so einem Vergnügungsviertel nicht fehlen. Ganzkörpermassagen kosten (je nach Entfernung vom Zentrum) ab 8 Dollar.

#3. Märkte

Nicht nur die Pub Street sorgt für regen Andrang, auch die diversen Märkte sind gut besucht, obwohl sich das Sortiment bei den einzelnen Ständen nicht wirklich unterscheidet. Zu kaufen gibt es Souvenirs, Kleidung und angeblich authentische Handwerksarbeiten. Zu erwähnen sind etwa der Art Center Night Market, der Old Market oder der Angkor Night Market. Alle Märkte sind fußläufig von der Pub Street erreichbar.

#4. Wat Preah Prom Rath – noch ein Tempel

Der Wat Preah Prom Rath ist einer der moderneren Tempel in Siem Reap, obwohl auch er schon mehr als 500 Jahre alt ist. Er ist schön verziert und ob der zahlreichen Figuren definitiv sehenswert. Es handelt sich um einen aktiven Tempel, man trifft also durchaus auch Mönche an, wenn man ihn besucht. Während wir dort waren, waren dort kaum andere Touristen anzutreffen, entsprechend ruhig war die Atmosphäre. Wat Preah Prom ist etwa fünf Gehminuten von der Pub Street entfernt, der Besuch ist kostenlos.

Sicherlich auch noch erlebenswert:

  • Etwa einen Kilometer südlich des Stadtzentrums liegt eine Krokodilfarm. Hier leben Hunderte der Reptilien.
  • Unweit von Siem Reap liegt der Tonle Sap, der größte Binnensee Südostasiens. Für Touristen gibt es die Möglichkeit, an Bootsausflügen teilzunehmen und die entlang des Ufers gelegenen schwimmenden Dörfer, wie etwa das „Floating Village Chong Kneas“ zu besichtigen.

Reisevoraussetzungen: Um in Kambodscha einreisen zu dürfen, muss man sich zuerst um ein Visum kümmern. Dieses kann man ganz unkompliziert online beantragen und zu Hause ausdrucken.

Zum Schluss noch ein Food-Tipp: Unbedingt zu „Madam Moch“ (021 Taphul Rd, Krong Siem Reap) gehen. Hier habe ich das wohl beste Amok Chicken der gesamten Reise gegessen!

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