Lokaltipp: Blue Mustard

Vom typischen Wiener „Beisl“ bis zum luxuriösen Gourmet-Tempel: Wien bietet Genießern die ganze Vielfalt heimischer und internationaler Gaumenfreuden. Google zufolge gab es in der Bundeshauptstadt 2016 mehr als 2000 Gasthäuser und Restaurants, daneben eine Vielzahl an Imbissbuden, Pubs und Heurigen. Dennoch gibt es nur gefühlt eine Handvoll, die man uneingeschränkt weiterempfehlen kann. Eines davon ist meine neueste Entdeckung: Das „Blue Mustard“ im ersten Bezirk, direkt neben dem Café Hawelka gelegen.

Beeindruckendes Lichtdesign

Auf den ersten Blick gleicht das Restaurant einer modernen Bar. (Ist es ja auch, aber eben nicht nur.) Das an der Wand installierte Lichtdesign zeigt den Wiener Stadtplan, die an der Bar angebrachten Fensterbögen sind dem Stephansdom nachempfunden, die Barhocker unterstreichen einen gewissen „Industrial Look“.

Optisch sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Während ich mich etwa gleich wohl fühle und vom Ambiente begeistert bin, braucht mein Mann ein wenig, um sich daran zu gewöhnen.

Speisen benannt nach internationalen Städten

Die Speisekarte wird in vier attraktiv kalkulierte Menüs gegliedert, aus denen alles auch einzeln geordert werden kann. Sämtliche Gerichte sind nach internationalen Städten benannt und orientieren sich an den dortigen Aromen sowie Spezialitäten. Jede Speisenfolge spannt einen Bogen um die Welt, manchmal mit durchaus gewagten Kombinationen.

Bereits der „Gruß aus der Küche“ – Ofengeschmorter Muskatkürbis mit Ernussbutter, Pumpkin Pie Spice und Co. – gibt nur einen ersten kleinen Einblick auf die folgenden hervorragenden Gänge. Wir genießen uns durch Moskau (gebeizte Forelle), Zwettl (Gebratene Blunzn), Beirut (rosa gebratener Lammrücken) und Bari (geschmorte Rinderhaxe).

Vor allem das Dessert – für Süßigkeiten-Liebhaber wie mich ein Traum. Während mein Mann ein orientalisches Nougat-Mousse (inspiriert durch Marrakesch) bekommt, läuft mir schon beim Duft meines „Kopenhagen“ (Aebleskiever, Apfel, Holunderbeerenkoch und Vanille-Schaum) das Wasser im Mund zusammen. Kennst ihr das, wenn man mit dem Löffel so lange am Teller jeden noch verbleibenden kleinen Rest zusammenschiebt, um nicht aufhören muss zu genießen? Ich habe wirklich gar nichts übrig gelassen…

Statt Wein: Cocktail-Begleitung

Selbstverständlich müssen jedoch auch die Cocktails erwähnt werden. Entsprechend dem aktuellen Trend „Food Paring“ wurden diese zu jedem Gang abgestimmt, dabei beeindruckten die Barkeeper mit wirklich wunderbaren Kreationen.

Hier ist mein Tipp: Offen sein! Auch wenn es vielleicht nicht so klingt, dass ihr es ansonsten selber wählen würdet. Ich etwa hatte eine „Bloody Mary“-Kreation und mag den Drink normal eigentlich gar nicht – die Jungs hinter der Bar wissen aber wirklich ganz genau, was sie tun und sorgen damit nicht nur einmal für eine absolute Überraschung.

Am liebsten hätte ich nach jedem Gang laut geklatscht. Die erlangte Haube ist wirklich verdient.

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