Kurt Ostbahn live – warum man die Kultfigur einfach lieben muss

Am Freitag (23.8.) und am Sonntag (25.8.) ist es endlich wieder einmal so weit: Kurt Ostbahn & Die Musiker seines Vertrauens (also hauptsächlich die Musikanten von Chefpartie und Kombo) bitten auf der Kaiserwiese zum „Klassentreffen“. Für Fans des Favorhythm & Blues – gemeinhin bekannt als Kurtologen – Ostern, Weihnachten und Geburtstag auf einmal. 

Die Fans des Ostbahn-Kurti verehren die von Günter Brödl erdachte und von Willi Resetarits verkörperte Kunstfigur ohnehin, aber für alle anderen hier 5 Gründe, warum man Kurt Ostbahn lieben muss:

#1. Viele Stars gastieren auf der Bühne

Angefangen von Bruce Springsteen, über ZZ-Top, bis hin zu Thin Lizzy. Zwar spielt die Band auch zahlreiche Eigenkompositionen, viele der größten Ostbahn-Hits sind aber Cover-Versionen – genial eingedeutscht bzw. eingewienert von Günter Brödl, der am 10.10.2000 überraschend verstarb. So stammt etwa die „Arbeit“ aus der Feder von The Boss, Bruce Springsteen, „Echt Super“ von Billy Falcon, der „57er Chevy“ von Eric Clapton und „Überstar“ von Bad Company.

#2. Die Musiker sind Ausnahmekönner

Man kennt Willi Resetarits nicht nur als Ostbahn Kurti, sondern auch von zahlreichen anderen Projekten – etwa mit Ernst Molden oder mit dem Stubnblues. Doch auch die anderen (bei Ostbahn-Konzerten traditionell unter Pseudonymen auftretenden) Musiker sind Meister ihres Fachs.

So gehört etwa Bassist Erich Buchebner alias „Ricky Gold“ zu den gefragtesten Profimusikern Österreichs. Außer in der Ostbahn-Kombo spielte bzw. spielt er mit Hansi Lang, Minisex, STS, Hans Thessink, Austria 3 und Wolfgang Ambros. Auch kein Unbekannter ist Gitarrist Klaus Trabitsch alias „Klaus „Sunshine“ Silber, der unter anderem mit Otto Lechner musizierte, in erster Linie aber für Erika Pluhar in die Saiten greift. Keyboarder Harry Pierron (Mario Adretti) und Gitarristin Michaela Liebermann (Lilli „Zirkus“ Marschall) sind dem einen oder anderen wahrscheinlich als Teile der „5/8erl in Ehren“ bekannt.

Ausnahmepianist Geri Schuller, der als einziger in keiner der beiden Ostbahn-Bands spielte, dafür aber von Wickerl Adam in die Hallucination Company geholt wurde, Sideman bei Bluatschink, Bill Ramsey, Günter Mokesch, Harri Stojka sowie Karl Ratzer war und 1993 die A-cappella-Gruppe The Rounder Girls gründete, unterrichtet Poparrangement an der Uni für Musik und darstellende Kunst. Über Gitarren-Meister Karl Ritter – zu Chefpartie-Zeiten Leopold „Prinz“ Karasek (da Bua vom King) und in jüngerer Vergangenheit Sir Charles, Karl Ritter von Stockerau – kam erst vorigen Sommer der Film „Guitar Driver“ ins Kino. Und Schlagzeuger Chris „Angelface“ Aigner verdient sich seine Lorbeeren als Live-Drummer von Depeche Mode.

#3. Die Song-Auswahl macht glücklich

Bei Kurtl-Konzerten ist traditionell für jeden etwas dabei. Für Fans des (Favo)Rhythm&Blues, für Anhänger harter (aber gefühlvoller) Rockmusik – „des Laude und des Wüde“, würd der Kurtl sagen -, aber auch für Romantiker, die zart melancholische Balladen bevorzugen. In Brödls Texten geht es oft um die Liebe, auch um die verflossene, um Sehnsüchte, Träume und Erinnerungen. Er geizte nicht mit Gesellschaftskritik, bei Nummern wie „Die rote Anni & ihr Kavalier“, „Nachtschicht“, „Do steht a Haus“ oder „Neiche Haut“ entführt der Meister der Wiener Dialekt-Übersetzung aber gerne auch einmal ins Rotlicht. A fesche Gret’l, de Ricky – eh wissn.

#4. Das beste Publikum der Welt

Zugegeben, Willi Resetarits ist nicht der textsicherste Sänger. Aber er weiß die textsichersten Fans hinter sich – die Kurtologen. Und das beschränkt sich nicht nur auf die Hits, die auf Radio Wien rauf und runter gespielt werden – auch bei Spoken-Word-Nummern und weniger bekannten Songs springt der beste Fanclub der Welt ein, wenn den Kurtl einmal die Erinnerung verlässt. Zu den Highlights jedes Konzerts zählt übrigens die „Arbeit“, die traditionell großteils vom Publikum gesungen, um nicht zu sagen zelebriert, wird. 

#5. Weil der Kurtl einfach ein klasser Typ ist

Ja, das ist nicht neu – dass Willi Resetarits zu den Gründungsmitgliedern des Wiener Integrationshauses gehört und sich für Flüchtlinge einsetzt, weiß in Wien jeder. Es schadet aber auch nicht, es noch einmal zu erwähnen. Zumal auf den Konzerten Geld für das Integrationshaus gesammelt wird. In den vergangenen Jahren ging pro Einsatz für die Getränkebecher – von Kurtologen liebevoll „Kööch“ genannt – 1 Euro an das Hilfsprojekt.

In diesem Sinne: Man sieht sich auf der Kaiserwiese. Für das Konzert am Sonntag gibt es an der Abendkassa noch Restkarten.

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