Bei uns oben geht’s heiß her! Oder: Danke, Dachgeschoß!

Dachgeschoßwohnungen gelten ja eigentlich als Jackpot auf dem Wohnungsmarkt. Kein Getrampel von schweren Nachbarn aus dem oberen Stock, lichtdurchflutete Räume und der Charme von Dachschrägen. Eigentlich. Denn was im Winter noch zu einem angenehmen Erwachen führt, ruft von Mai bis September permanente Schweißausbrüche hervor.

Eigentlich mag ich den Sommer. Eigentlich.

Wir wohnen im Dachgeschoß eines alten Hauses, welches sich einfach nur zwei Dinge gemerkt hat: Im Sommer ist es warm und im Winter kalt. Darum erscheint es unserem Haus wohl auch ganz normal, dass man sich anpasst und die Jahreszeiten brav umsetzt. Während wir im Winter nun also dick verpackt und mit Handschuhen durch die Wohnung laufen, rennen mein Mann und ich im Sommer – wie in der Sauna – nackt durch die Zimmer.

Komm, heißer Tod!

Und auch wenn der eine oder andere nun vielleicht schon ob lüsterner Gedanken bereits abgedriftet ist – Hand aufs Herz: Sexy ist anders. Nicht ob unserer körperlichen Erscheinung (okay, zugegeben – am Abend nach unserem  Besuch im All-You-Can-Eat-Restaurant letzte Woche vielleicht doch… Nackte Barbapapas sind sicherlich eine Seltenheit). Sondern weil binnen kürzester Zeit die Haare nass sind, die Schweißtropfen den Rücken hinunterrinnen, man vor lauter Hitze meist nur regungslos da sitzt und „Oh“ oder „Ah“ nicht verrucht, sondern nach den letzten Atemzügen klingen. Da streitet man sich eher um den Platz vor dem Ventilator, als darum wer oben oder unten liegt.

Mein Leben in der Gefahrenzone

Mir ist schon klar: Nicht jeder ist gleich sensibel und jeder unterschiedlich anpassungsfähig. Aber Hand aufs Herz: Es wohnt auch nicht jeder in einer Gefahrenzone. Und lebt man in einer Dachgeschoßwohnung wird das eigene Zuhause im Sommer ganz schnell zum feindlichen Territorum. Egal, wie geduldig man sein mag.

Da ich jedoch immer schon ein lösungsorientierter Mensch war, versuchte ich selbstverständlichauch hier wieder das Beste aus der Situation zu machen. So habe ich etwa damit begonnen, vollkommen motiviert eine Neu-Inszenierung von Dantes Göttlicher Komödie zu starten – die Bedingungen der letzten Tage waren perfekt um den 1. Höllenkreis darzustellen – um nach fünf Minuten jedoch wieder abzubrechen, um mich unter die kalte Dusche zu stellen. Ich habe auf Google nach Camping-Zelten gesucht und mit dem Gedanken gespielt, meinen Schlafplatz auf den Balkon zu verlegen (aber ehrlich: Wie unbequem ist denn das?!); mich 5 Minuten lang vor die Fenster gestellt und versucht mittels Handtuch die warme Luft einfach rauszuwedeln (Fazit: Armschmerzen. Und wie!) sowie ein nasses Handtuch auf meinen Körper gelegt – um zwar besser einzuschlafen, aber am nächsten Tag mit Schnupfen aufzuwachen.

Dann lieber doch der typisch Wienerische Weg: Ich schränke jede unnötige Bewegung ein und sudere a bissl.
Oder habt ihr bessere Tipps?

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